Die Texthäkchen im Preptober – NaNoWriMoPrepchallenge

Es ist Zeit.

Bald ist November und wir wissen alle, was das bedeutet: Der NaNoWriMo braut sich am Horizont zusammen.

Was sagst du, fiktiver Kritiker, den ich mir gerade ausgedacht habe, um eine Überleitung zu schaffen?
Du hast keine Ahnung, wovon ich spreche? Mach dir keine Sorgen, wir holen dich ab, wo du stehst.
Denn letzte Woche hat unsere hauseigene Frau Vorragend ausführlich über den sogenannten „National Novel Writing Month“ berichtet – und du musst nur hier klicken, damit alle deine Fragen beantwortet werden.

Im November werden wir drei Häkchen – gemeinsam mit unzähligen anderen Menschen auf der ganzen Welt – den Versuch wagen, 50.000 Wörter in einem Monat zu schreiben. Eine Romanlänge.

Und da kein November stattfinden kann, ohne dass ihm ein Oktober vorausgeht, nutzen wir diesen für die Vorbereitung. Jeden Tag posten wir einen anderen Aspekt unserer Projekte auf unserem Instagramaccount – und fassen das Ganze an dieser Stelle noch einmal zusammen.
Dafür bedienen wir uns  schamlos an der wundervoll vorbereiteten #nanoprepchallenge von Kateastrophy.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank!

1. Vorstellung

Hallo Internetmenschen, Karlotta Nordström hier.

Bei mir gibt’s sonst Popelbrockenpoetry, Saugroboter Slam, Bilder mit mir mit Buch und Podcastnonsens. Aber für den Nano schreib ich an meinem marktlückenfüllenden Kinderbuch über einen Jungen, der seine Farbe verloren hat.

Hallo Welt, Eve Skillane hier.

Ich schreibe ein Buch über Geister und Trauer und Verdrängung und Tod und einen Vampir. Wenn ich rede, rede ich über Psychologie oder mache blöde Witze über unangenehme Themen. Mein Traum ist es, das Semikolon wieder groß zu machen.

Achtung Achtung, hier spricht Frau Vorragend und sie hat gute Laune im Gepäck.

Aktuell arbeite ich an einem Cyberpunk-Roman und bin ansonsten in den Gefilden der Phantastischen Literatur unterwegs. Ich bin laut, rede viel und versuche die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich mag Züge.

2. Handlung/Idee

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Lets talk about action


Der rote Junge lebt allein bei Mond und Sternen. Eines Tages verschwindet seine Farbe und er macht sich auf, um sie zu suchen. Dabei begegnet er vielen bunten Kindern, die alle ziemlich dringend einen Freund brauchen.

 

 


Diesen November möchte ich verbleibende Löcher in meinem laufenden Romanprojekt füllen. Ich schreibe seit zehn Jahren daran, habe es mehrmals umgeworfen und neugeschrieben und jetzt möchte ich es endlich beenden. Es ist weitestgehend durchgeplant, letzte Feinheiten erledige ich im Oktober und dann schaufle ich Wörter. Gnadenlos.


In einer hochtechnologisierten Welt vergessen die Menschen immer mehr, dass die wenigen Wälder und Wüsten des Planeten auch noch die Heimat anderer sind. Die Existenz ganzer Völker ist von der skrupellosen Expansionspolitik bedroht. Die Heldin möchte das verhindern. Ach, und sie verliebt sich blöderweise unterwegs.

3. Genre

Für viele AutorInnen ist das Genre des eigenen Romans erstmal zweitrangig, aber es hilft, sich damit auseinanderzusetzen und so die Möglichkeiten und Besonderheiten einer Story besser kennenzulernen.


Kinderroman


Urban Fantasy/Entwicklungsroman


Cyberpunk

4. Zielgruppe

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Für wen schreiben wir?
Um die Menschen, die wir ansprechen wollen, möglichst gezielt zu adressieren, müssen wir uns ein Bild von ihnen machen. Wessen Augen haben wir im Kopf, wenn wir unsere Handschrift in eine bestimmte Richtung neigen?
Was für Gehirnwindungen sind es, die wir möglichst effektiv mit Bildern und Worten zu infiltrieren versuchen?


Kinder und Jugendliche, die ihre Fantasie lieben oder
zurückgewinnen wollen.


Menschen, die an der eigenen
Psyche interessiert sind.
Und an Menschlichkeit.
Und an Geistern. 


Alle Liebhaber von Cyberpunk.
Und Fans von Piraten.


5. Pitch

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Nehmt Platz.
Wir stellen unsere Pitches vor. Pitch Perfect Style.
Hier ist der Beat unserer Bücher. Bd bd bd bduuuum.


Der rote Junge wacht eines morgens auf und stellt fest, dass seine Farbe von dannen gezogen ist.
Er beschließt, sie zu suchen und trifft auf seiner Reise drei Kinder, die alle mit unterschiedlichen Problemen kämpfen und ganz andere Farben haben.


Weil ein Mädchen Geister sieht werden die Toten auf sie aufmerksam.
Und bald lernt sie:
wenn sie ihr Leben bewahren möchte, muss sie sich ihrer eigenen Psyche stellen.


Weil ihre Lebensgrundlage bedroht ist, muss K. sich auf eine gefährliche Reise begeben, bei der ihre Waffen ihr nicht helfen.
Und sie findet sich in mehr wieder als einem diplomatischen Gefecht und einer neonfarbenen Stadt.

6. (Arbeits-)Titel

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Der Titel eines Werkes ist ein dichtes Gewebe, ein Bild ohne tausend Worte, ein Faden, der Charaktere, Plot und Sprache zu einem Ganzen verschnürt.
Er soll eine erste Idee von Atmosphäre, Genre und Thema vermitteln, ohne zu viel zu verraten.
Deswegen ist er für viele Autoren und Autorinnen auch erst der letzte Pinselstrich, den sie an ihren Roman legen – wenn sie das Werk gänzlich kennen. Zuvor wird die Arbeit in vielen Fällen unter dem vagen Schirm eines Arbeitstitels verrichtet.


Der rote Junge und die verschwundene Farbe


Erkläre einem Blinden Farben


Projekt Bernsteinstadt

7. Anfang

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„Es war ein strahlender, kalter Tag im April und die Uhren schlugen Dreizehn.“
[George Orwell: 1984]
.
„Ilsebill salzte nach.“
[Günter Grass: Der Butt]
.
„Alle Kinder, bis auf eines, werden erwachsen.“
[J.M. Barrie: Peter Pan ]
.
Dies sind einige Romananfänge, die jeder von uns (Literaturstudentinnen) kennt.
Es kribbelt in den Adern, es duftet nach Leselust. Alle Schreibenden wissen: Auf den Anfang kommt es an. Hier gilt es, die Lesenden zu catchen, sie einzufangen wie eine Horde Wildpferde und sie im Idealfall auch zu halten.
Na denn, wie machen wir das?


Um das Besondere/Magische an der Figur des roten Jungen einzufangen, gibt es einen kleinen Prolog, indem beschrieben wird, wie und vor allem wo er geboren wurde. Das erste Kapitel steigt wiederum sofort mit einem geräuschvollen Dialog ein.


Als Vertreter des „Late in/Out early“ beginnt mein Roman mit der Handlung, die alle anderen Handlungen anstoßen wird. Gleichzeitig möchte ich knapp aber intensiv die aktuelle Situation aufbauen als Grundlage für spätere Charakterentwicklungen.


Ich bin großer Fan von Jump-into-Action-Anfängen und habe bei diversen Projekten einen Prolog voran gestellt. Bei Projekt Bernsteinstadt wird es vermutlich nicht anders werden.


8. Ende

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Das Ende kann, wenn es gut ist, bittersüß, verstörend oder befriedigend unbefriedigend sein.
Auch wir lieben ein gutes Ende. Genauso wie gute Anfänge.


Mein Kinderbuchende wird sehr symbolisch und von Bildern getragen werden.
Den exakten Wortlaut habe ich noch nicht, aber 2 Dinge stehen fest:
1. Das Ende wird rot sein.
2. Das Ende wird ein Anfang sein.




Ich habe ein grobes Ende, vielmehr jedoch orientiere ich mich an diesem spezifischen Gefühl, nachdem eine gute Geschichte zu Ende geht. Ein Gefühl von unbefriedigter Befriedigung, das einen dazu anregt, sich selber in die Räume reinzudenken, die von dem Autor gelassen wurden. Das möchte ich erzeugen. Genau das.


Das Ende von Projekt Bernsteinstadt steht noch nicht ganz fest.
Ich habe mehrere Alternativen, wohin die Reise führen kann.
Und auch schon ein paar Favoriten.
Höhöhöhö.




9. Inspiration

Ausschnitt

Ah, Inspiration. Die tückische Muse.
Um über das Leben zu schreiben muss man das Leben hereinlassen.
Das Gehirn eines Autors ist nichts als eine ewige Sortiermaschine, in die er immer wieder neue Filter und Algorithmen einbaut.
Um zu arbeiten muss sie gefüttert werden.
Was speisen die Häkchengehirne? Hier findet ihr es heraus.


Inspiration kommt aus vielen Ecken.
Natürlich gibt es immer die großen GROßEN Vorbilder in Büchern, Filmen usw. (aktuell bei mir: kleiner Rabe Socke, Pumuckl, Momo, Karlsson vom Dach).
Aber für dieses Buch waren vor allem Orte und Menschen Inspiration. Reisen ist, wie ich finde, eine der stärksten Inspirationsquellen.
Und manchmal reicht es schon, in seinen alten Heimatort zu
linsen.


Alles, alles, alles das mich fasziniert oder bewegt oder ärgert oder freut oder belustigt. Filme, Bücher, Wetter, Wind, Tee, obskurer norwegischer Polka-Rock, Räucherstäbchen, Bill Hader. Und Therapie.








Meine Inspiration kommt hauptsächlich von anderen Büchern. Und ich wollte schon längst mal in dem Genre schreiben, weil ich es liebe. Ghost in the shell hilft mir aktuell sehr bei der Inspiration fürs Plotten.






10. Charaktere

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Durch die Augen der Figuren erleben wir Leser*innen die Geschichte.
Mit ihnen fühlen wir uns verbunden und lieben oder hassen sie.
Wenn sie authentisch sind dann hat man schon die eine Hälfte einer guten Geschichte.


Ein freches Kind mit wenig Eltern.
Ein dickes Kind mit vielen Eltern.
Ein lautes Kind mit zu vielen Eltern.
Und ein rotes Kind, das niemals Eltern haben kann. 



Einer sieht kaum etwas außer grässlich aus.
Eine sieht, was sonst niemand sieht.
Ein dritter sieht nichts und nimmt alles wahr, ein weiterer sieht rot, eine sieht immer einen Weg und Jack, nun, Jack sieht Zusammenhänge.


Gibt es.
Viele.
Bunte.
Diverse.
Und einen ziemlich grummeligen, aber heißen Piraten auch.

11. Erzählperspektive

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Alles eine Frage der Perspektive.
In der heutigen Ausgabe der Nanoprepchallenge geht es um die Erzählperspektiven unserer Geschichten.
Denn jede Geschichte braucht eine Stimme, die sie erzählt; eine Sicht, die sie einnehmen kann.
Ähnlich einer Kameraeinstellung können diese Positionen sehr unterschiedlich ausfallen: Es gibt auktoriale also allwissende Erzählende, personale neutrale, die Ich-Form und sogar die Du-Form (sehr rar).


Meine Lieblingsbücher zeigen, dass ich Geschichten mit mehreren Erzählperspektiven präferiere.
Beim Roten Jungen bietet sich aber ein allwissender Erzähler/Erzählerin eher an. Für Kinderbücher ist das vorteilhafter.


Aktuell habe ich nur zwei Perspektiven, doch ich habe mich kürzlich entschlossen, allen bis auf einem Charakter eigene Kapitel mit eigenen Sichtweisen zu geben. Dabei wechsle ich zwischen einem personalen und einem Ich-Erzähler.


Ich schreibe am liebsten aus der Personalen Erzählperspektive. Neben meiner Protagonistin kommen auch noch zwei weitere Figurensichten dazu.


12. Beziehungen

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In der Beziehung zwischen Charaktere kann man ein komplexes Thema von mehreren Seiten beleuchten.
Im Dialog teilen Figuren sich mit, in ihrer Interaktion miteinander offenbaren sie, wer sie sind.
Deswegen ist der 12. Tag der Nanoprepchallenge den Charakterbeziehungen gewidmet.


Die Beziehungen, die ich in Büchern finden möchte, sind ungewöhnliche und unerwartete.
Ich schreibe gerne über die griesgrämige Oma und den schüchternen dicken Jungen, das fleißige Mädchen und den boshaften Nachbarsjungen, über ein Kind und sein Kuscheltier.
Es gibt so viele gesunde, interessante und vielfältige Beziehungen. Und am liebsten möchte ich sie alle erzählen.   


Ich variiere Beziehungen gerne. Freundschaft, unterdrückte Zuneigung, geschwisterliche Selbstverständlichkeit, alte Wut, Lehrer und Schüler,
verquere Loyalität zu einem Wahnsinnigen auf der Basis von Erpressung und einem unehrlichen Selbstbild
– you know, the usual.  




Ich lebe für Liebesgeschichten inmitten des Weltuntergangs. Und auch für Found Families. Deswegen habe ich alles eingebaut, damit ich beim Schreiben auch schön mitfiebern und mitleiden kann.







13. Charakterentwicklung

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Im besten Falle gibt es einen Unterschied zwischen dem Menschen, der ein Buch zum Lesen aufhebt und demjenigen, der es schließlich wieder sinken lässt.
Damit der Leser sich entwickelt müssen Charaktere ihm ein Vehikel bieten. Doch auch der Autor sollte eine Entwicklung durchlaufen und zulassen, dass er von seinen Figuren lernt. Alles ist ein Prozess.
Wie gehen die Texthäkchen das an? Was für Entwicklungen durchlaufen die Figuren ihrer NaNoProjekte?


Egal welches Abenteuer meine Figuren erwartet, am Ende werden sie nicht mehr dieselben sein wie am Anfang der Geschichte.
Hinter den Charakteren stehen Wünsche, Ängste und Motivationen. Sie erleben Dinge, die sie auf irgendeine Art und Weise beeinflussen.
Ohne Charakterentwicklung versinkt die Geschichte im Stills(t)and.


Die ganze Struktur meines Romans ist auf der psychischen Entwicklung meiner Protagonistin – und einiger Nebencharaktere – aufgebaut.








Gibt es. Viele. Der Rest ist noch unter Verschluss.









14. Kreativitätstechniken

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Was schimmert denn da zwischen dem Herbstlaub hindurch?
Es ist Punkt 14 unserer Nanoprepchallenge, nämlich die Kreativitätstechniken der Texthäkchen.
Es braucht nicht immer viel, um die Ideen wachsen zu lassen. Was macht creative thinking für uns leichter?


Ich kombiniere Pinterestbilder und notiere kurze Sätze dazu. Ich spiele Kreativitätsspiele wie “Zeilen” oder “Dixit”. Brainstormen und Mindmapping. Und seit neuestem nutze ich auch die “Disney-Methode”, in der nacheinander die Positionen des Träumers, des Realisten und des Kritikers eingenommen werden.


Ich nutze wohlige Gerüche, Tee, der Stimmung angemessene Musik und Pomodoros. Und keine Ausreden.







Mir hilft Filmmusik und (aktuell) Animes. Eine ausgiebig gelüftete Wohnung und Wachmacher wie Schwarzer Tee und Kaffee. Außerdem Gespräche mit anderen Autor*innen.



15. Handlungsort

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Orte geben unseren Figuren einen Raum und unseren Geschichten einen Rahmen.
Sie können real existieren oder fiktiv sein, man kann sie auf einer Landkarte finden, ihnen eine eigene Karte zeichnen oder sie unmöglich kartografieren.


Der Haupthandlungsort meiner Geschichte liegt… in den Köpfen der Kinder. Bämm. Total episch oder? Naja, aber so richtig spielt sich alles in einer deutschen Hafenstadt ab.





Meine Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt, deren geographische Lage ich vage halte. Dies hat zwei Gründe. Erstens bin ich zu faul und zu arm für eine angemessene Recherche. Zweitens möchte ich nicht, dass eine gegebene Örtlichkeit von der Geschichte oder meinen Figuren ablenkt.


Der Handlungsort meiner Geschichte ist eine Zukunftsversion der Erde in mehreren hundert Jahren. Mein Handlungsort ist Erfurt in der Gegenwart.




16. Worldbuilding

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Wer will fleißige Weltenbauer sehen – der muss zu uns Schreibenden gehen.
Stein auf Stein schichten wir Welten, in denen unsere Figuren leben und sterben. Und auch wer sich an bestehenden Realitäten orientiert, muss die Welt kennen, in die er hinein scheiben möchte.
„Ich vermute mal, dass irgendwie jeder, der den Ehrgeiz hat, etwas zu erschaffen und nicht kaputt zu machen, Respekt verdient.“ [Kurt Cobain]


Ich liebe es, neue Welten zu erschaffen – Landschaften zu konstruieren, ganze Ökosysteme, die Kreaturen darin, Politik, Religionen, Geschichte, Kultur und Sprache selbst zu entwickeln. Mein Kinderbuch ist stark an die Realität angelehnt, was nicht heißt, dass ich um eben jene Punkte herumkomme. Ich muss die Welt dieser Kinder zusammenpuzzeln bis sie passen.


Im Grunde spielt mein Roman in unserer Welt, doch es gibt einzelne Elemente – Geister zum Beispiel – die ich „gebaut“ habe. Ich bin gründlich und ein wenig verrückt, deswegen stecke ich viel Energie in die penible Konstruktion von Orten, die ich nie betreten werde. Doch die meiste Zeit verbringe ich damit, Augen zu schaffen, die diese Orte betrachten.


In diesem Genre betreibe ich zum ersten Mal ein ausgiebiges World Building, waren meine anderen Romane eingebunden in unsere heutige Lebensrealität. Dort musste ich mir „nur“ Magiekonzepte oder Kreaturen überlegen. Jetzt spielen Technik und Politik eine große Rolle. Alles in einer Welt, die unserer gar nicht mehr wirklich ähnlich ist. Alles ist im Wandel. .

17. Recherche

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Geschichten sind Wörter sind Buchstaben.
Und es ist das Gehirn des Lesers, das aus Buchstaben Bilder macht. Ihn müssen wir überzeugen, man könne sagen überlisten, dass er die von uns geschaffene Geschichtswelt mit seiner eigenen Realität vereint und ihr für die Dauer eines Buches Glauben schenkt.
Deswegen recherchieren wir.
Deswegen verankern wir in der Realität, was wir verankern können.
Ein Autor, der nicht recherchiert, dessen Intention entlarvt der Leser und wenn das geschieht, kann er sich nicht mehr in die Geschichte fallen lassen.
Wie also recherchieren die Häkchen?


Ich wünschte, ich könnte die Recherche abschließen und danach sofort schreiben, aber es passiert immer viel zu viel in einer Geschichte, weswegen schreiben eben nicht gleich schreiben ist. Bücher und Internet sind meine wichtigsten Recherchemittel, aber auch (und darauf lege ich aktuell gesteigerten Wert) die Meinungen und Lebenswelten real existierender Kinder.


Meine Recherche passiert teilweise nebenbei, teilweise durch Beobachtungen – und teilweise mache ich mir eine Themenliste, die ich gründlich in der Bibliothek abarbeiten werde, wenn der aktuelle Entwurf fertig ist.






Ich habe einige Klassiker des Genres in der Vergangenheit gelesen, beschäftige mich ausgiebig mit Anime, weil diese sehr gerne das Genre bedienen. Für den Umgang mit einem diversen Cast half mir Becky Chambers Wayfarer-Reihe. Absolute Empfehlung!




18. Motivation finden

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Das Schwerste an einem einsamen Hobby ist vermutlich die Motivation zu finden, anzufangen.
Wo finden die Häkchen diesen Mythos Motivation?


Mein Bruder und ich haben neulich über Motivation gesprochen. Kurzfristig findet sie sich schnell. Durch kleine Belohnungen, durch Treffen mit wichtigen Menschen, durch Bäumchenapps usw. Im Zweifel lohnt es sich an das ganz große Ziel zu denken: dieser Moment, wenn du dein Skript einen Verlag auf der Buchmesse überreichst.
Dieser Moment, wenn du Freunden DEIN Buch signierst.
Dieser Moment, wenn du sagen kannst: Ich habs geschafft.


Motivation finde ich darin, dass ich meine Figuren lieben lerne. Abgesehen davon ist eine gute Motivation eher in der Gewohnheit zu finden, regelmäßig zu schreiben.
Make your brain crave it, you know?









Macht der Häkchentreffen, mach auf!
Daneben noch die durch alle Lande verstreute Energie der Chatadias, die in einem einzelnen Whats-App-Chat gebündelt werden kann.
Die Kraft der verzweifelten Gespräche mit dem Lebenskomplizen über Plotholes.
Deadlines. Des Todes. Des Verderbens. Des Todes.




19. Plotmethoden

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Schreiben ist ein Handwerk. Und Handwerkszeug will erlernt werden.
Das Ausdenken von Geschichten allein reicht (leider) nicht aus um eine gute Geschichte zu schreiben. Wir als Autor*innen müssen auch wissen, wohin die Reise gehen soll und welche Höhen und Tiefen sie erlebt. Und um darüber gut Bescheid zu wissen, müssen auch wir plotten. Ja, sogar die Häkchen tun es.
Wir tun es alle!


Mein Schreiben ist aktuell noch Wahnsinn ohne (Plot)methode. So richtig habe ich mich noch nicht auf meinen Plottyp festgelegt: Theaterstyle in 3, 5 oder 7 Akten oder nach dem Snowflakeprinzip (die Idee einer Geschichte wird in immer detaillierten Schritten zu Ende gedacht)? Zurzeit arbeite ich nach der Schlüsselszenenmethode. Ich fasse die entscheidenden Wendepunkte und Schlüsselszenen meiner Geschichte zusammen, um darauf hinschreiben zu können.


Ich bin aktuell sehr begeistert von der Art und Weise, wie die Autoren von „South Park“ ihre Plots konstruieren. Sowohl achten sie sehr darauf, dass jeder Plotpunkt natürlich aus der Emotion eines Charakters erwächst, zum anderen agieren sie strikt nach dem Prinzip, dass zwischen zwei Szenen entweder der Begriff „Therefore“ oder „But“ eingefügt werden kann – also eine klare Kausalität geschaffen wird.



Ich empfehle ein Video von einer meiner liebsten SP-Autorinnen der Welt: Jenna Moreci. Den Link findet ihr in der Bio. Nach dieser Methode plotte ich. Für das Sammeln von Ideen verwende ich OneNote und kritzel auf Whiteboards herum. Beim Übertragen in mein Schreibprogramm wird alles nochmal strukturiert. Dann gut Umrühren und: fertig!




20. Plotten

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Plotten oder nicht plotten?
Für uns Texthäkchen gar keine Frage mehr. Bevor wir wie wild in die Schreibtasten hauen, muss ein Plan stehen, sonst klettern wir mit unseren Geschichten ins Bodenlose. Was tun wir also? Wir plotten! D.h. wir gehen die Handlung der Story durch: Was passiert am Anfang, was am Ende? Welche Wendungen und Handlungsstränge kommen auf uns zu? Natürlich gibt es auch Autorinnen (sogenannte Hosenbodenschreiber), die gänzlich ohne Planung auskommen (Beispiel: Stephen King) und es gibt die absoluten Outliner- die Hochleistungsplaner, die jeden Stein umdrehen und jedes Detail vorm Schreiben in einem Inventarkatalog festhalten.
Und wo sehen wir uns?


Fürs Plotten sollte ich mir vielmehr Zeit lassen.
Viel zu oft schneidere ich ein Plotoutfit und springe hinein bevor es fertig ist. Dann reißt es bevor ich zu Ende schreiben kann. Meine Planung
passiert am PC, nicht mehr handschriftlich. Ich will alles geordnet und sortiert haben. Wenn die Titanic sinkt, will ich wissen, welches Ruder ich herumreißen muss.


Ich liebe Tabellen und Spreadsheets und Listen und Systeme und alles, was schon gegen den Wind nach einem guten Konstrukt liebt.
Beim Plotten erschaffe ich das Haus und die Einrichtung nach den Wünschen der Charaktere und dann schlüpfe ich in ihre Haut und lasse sie nach Lust und Laune zwischen den Wänden umherspringen.
Sie treiben alles an.


… gives me life. Und ist in diesem Projekt so wichtig. Geht übrigens überall. In der Bahn. Im Büro. Im Bus. In Bordell. In den Bierbars.








21. Motive

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Der Gärtner war’s!
Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende, denn eine wichtige Frage steht noch aus: WARUM hat der Gärtner es getan?
Und darüber hinaus stellen wir uns natürlich noch die Gretchenfrage: WARUM hat der Autor den Gärtner es tun lassen?
Motive treiben an, Motive umspannen und verbinden. Eine Geschichte ist doch nur der Versuch, das Lesergehirn zum Sinnieren über ein umspannendes Motiv zu überlisten – ohne dass es merkt, wie es geführt wird.
Welche Motive wollen die Häkchen in die Welt tragen?


Das Leitmotiv heißt “Kindheit”, bzw. “Kindsein” und was das in unserer heutigen Gesellschaft bedeutet & welche Probleme es birgt. Motive wie Toleranz, Freundschaft und Diversität sind ebenfalls wichtig.


Die Motive einer literarischen Figur sollten immer persönlich sein und aus vorherigen Erfahrungen oder Lektionen erwachsen. Die Motive meines Buches sind Verdrängung, Selbsttäuschung und die Sinnhaftigkeit von Emotionen.


Die sind relativ aktuell, auch wenn der Roman Zukunftsmusik ist.





22. Routine

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Jedes Jahr verfärben sich die Blätter, jedes Jahr fallen sie herab. Klassische Jahreszeitenroutine? Mit Sicherheit.
Bis eine Tätigkeit zur Routine wird, kann es schon mal 6 Wochen
dauern. Da heißt es standhaft bleiben. Die heutige Nanoprepchallenge steht im Zeichen der Routine.


Ich versuche tägliches Schreiben in die Morgenroutine einzubauen. Wie Zähneputzen. Und bis
zum Nano habe ich hoffentlich zu noch mehr Schreibroutine gefunden.



Da mein Alltag bis jetzt recht chaotisch und wenig geregelt war,
habe ich meine Routine in einer Gewohnheit gefunden. So habe ich mir angewöhnt, dass in jeder Minute des Leerlaufs mein erster Gedanke
ist: „Schreiben!“.


Für den November wohl neben der Motivation das Wichtigste. Selbst wenn nicht alles durchgeplant ist, hilft die Routine, dass man es durch diesen Monat schafft. Wir sollten alle versuchen, einen Termin
am Tag fürs Schreiben zu finden.

23. Writing Buddies

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Wie wir bereits mal vor langer Zeit auf dem Blog besprochen haben ist Schreiben ein Teamsport. Und Teilen ist auch schön. Wenn es die Freuden und der Frust des Schreibens sind geteilt besser oder besser zu ertragen.
Wir denken uns die Geschichten aus aber wir holen uns Hilfe um sie zu Papier zu bringen.
Schreibfreunde sind gute Freunde.


Ich schreibe – den Göttern sei Dank – nicht alleine. Ich schreibe mit meinen unsichtbaren Freunden und meinen sichtbaren Texthäkchenmädchen Eve und Frau Vorragend.






Mir ist immer noch wahnsinnig schwindelig davon, wie sehr mich der einfache Austausch mit Gleichgesinnten vorangebracht hat. Wer schreibt, ohne sich mit anderen darüber zu unterhalten, formt die abstrakte Erfahrung nicht zu Worten und macht sie nicht greifbar. Man lernt nichts, wird nicht erprobt, verrennt sich. Es ist ein Akt der Ineffizienz, sich nicht auszutauschen.


Kann man sich hier selbst verlinken?
Und warum haben die Chatadias noch keinen Instagram-Account?








24. Ziele festlegen

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Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt… so oder so ähnlich wird häufig das Unmögliche banalisiert.
Dass damit bei Weitem nichts Brauchbares mitgeteilt wird interessiert den Sprecher zumeist nicht.
So viele Fragen bleiben offen.
In welche Richtung, zum Beispiel, soll man diesen Schritt tun? Wo möchte man ankommen? In welchem Zustand möchte man sein, wenn man sein Ziel erreicht? Und was ist mit Proviant? Wieviel soll ich mitnehmen? Gibt’s unterwegs Tankstellen oder Provinzkioske? Was mache ich, wenn mir die Luft ausgeht?
Und was ist danach?
Oscar Wilde sagt: „There are only two tragedies in life: one is not getting what one wants, and the other is getting it.”
Wie stehen die Häkchen zu Zielen an diesem 24. Tag der Nanoprepchallenge?


Der Weg ist das Ziel? Nein, die Story ist das Ziel. Und am Ende des Nanos möchte ich ein fast fertiges Manuskript in den Händen halten. Und Im März 2020 möchte ich ein fertiges Manuskript überreichen.


Ist das A und O für mich. Teilziele bedeuten einfach erworbene Erfolgserlebnisse. Den Berg Schritt für Schritt zu besteigen, anstatt mit einem Mal. Den Berg mental bezwingen, ehe man es wirklich tut.


Was denn noch neben den 50.000 Wörtern?! Okay, vielleicht noch das Ziel über den November hinaus den Roman fertigstellen.


25. Musik

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Wo kreativ geschaffen wird, muss kreativ Geschaffenes her.
Musik versetzt uns in die richtige Stimmung, lenkt uns von der Stille ab, versteht uns, gaukelt uns Gesellschaft vor.
Wie stehen die Häkchen zu Musik beim Schreiben?


Ich liebe es, mich mit der richtigen Musik in Stimmung zu bringen. Dann darf ein und derselbe Song auch gerne 50 Mal laufen. Zuletzt war es Melody X von Bonaparte. Diesen Song verbinde ich jetzt auch immer mit einem Gedicht, das ich geschrieben habe.








Ich habe eine Spotifyplaylist die heißt einfach nur „Wutschreiben“ – die mache ich an, dann lasse ich sie ein paar Sekunden wirken und dann rase ich eine halbe Stunde wütend brüllend und mit Kriegsbemalung über das leere Blatt. Doch das wirkt nicht immer. Für andere Tage habe ich eine Liste mit klassischer Musik. Und manchmal höre ich auch nur sogenannte „Binaural Beats“ – also bestimmte Frequenzen, die das Gehirn in bestimmte Schwingungen versetzen und bei der Konzentration helfen.


Gibt es. Sowohl eine allgemeine Schreibplaylist als auch eine Projektplaylist.












26. nanowrimo.org

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Der NaNoWriMo findet natürlich nicht ohne Fluchtpunkt statt.
Es gibt einen Ort der Zusammenkunft, einen Ort des Austausches. Einen Ort, an dem die Fäden zusammenlaufen: nanowrimo.org

Auch die Häkchen sind dort vertreten!


Joah. Ich bin da. Karlotta Nordström. Ich versuche, in ein paar Foren aktiv zu sein, aber meine Schreibkraft gehört natürlich erstmal meinem Projekt.


Mein Name ist: Rin1990. Komm rein und lern mich besser kennen, Kumpel!



Ihr findet mich unter dem Nickname Funhousedoll. Und im Forum bei den WordWars. It’s battle time!


27. Schreibplan

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Schreibplan ist heute das Thema der Nanoprepchallenge.
Und hier kommen die Stimmen unserer Expertinnen und Planerstellerinnen!


Ich mache To-Do-Lists und halte mich ab und zu daran. Zählt das?







Ich habe weniger einen Plan als eine Reihe von Methoden und
Protokolle, die ich in bestimmten Situationen aktiviere. Schlechte
Laune? Wutschreiben. Keine Lust zu tippen? Diktiergerät. Im Flow?
Vorarbeiten. Keine Energie? Pause gönnen.


Sowas habe ich noch nie entwickelt. Vielleicht wenn ich groß bin.







Oh my, hier hört der Spaß plötzlich auf.
Was ist denn da passiert?

Die Antwort ist so einfach wie frustrierend:
Diese Übersicht wird jeden Tag aktualisiert, live und in Farbe und im Lichte der oktoberüberspannenden NaNoPrepChallenge.

Also schaltet wieder ein, wenn es heißt:
„Wer sind diese Drei und warum habe ich nichts besseres zu tun, als mir den Mist hier durchzulesen?“

28. Selfcare

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Schaut euch diese 3 knackigen Hagebutten an. Hängen zusammen ab und arbeiten mit hochroten Köpfen an einer neuen Butte. Die sollen sich mal über den Herbst freuen, die freshen Früchtchen. Die haben das mit den Grundbedürfnissen und dem Selfcare noch nicht gecheckt. Wir Häkchen schon. Kann man sogar nachhören, bei Radio F.R.E.I.


Ach Essen, Schlafen, atmen, blablabla. Das kann ich noch machen, wenn ich reich und berühmt bin. #hatradiofreinochnichtgehört


Grundbedürfnisse!!!!!!





Ich höre Eves Stimme in meinem Kopf, die mich anschreit und sagt: Grundbedürfnisse!!!!!! Daneben finde ich ausgiebig baden immer ganz okay.

29. Schreibblockaden

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„You fail only if you stop writing.“ [Ray Bradbury]
.
Der Oktober färbt sich novembergrau. Es ist nicht zu übersehen. Wir nähern uns dem Ende der Nanoprepchallenge und kommen heute zu den gefürchteten Schreibblockaden. Sie schweben über den heißgeschriebenen Autorinnenköpfen wie eine dunkle Macht, die anziehend wirken kann. Auch wir müssen uns der Frage stellen: „Ist die dunkle Seite stärker?“ Die Antwort: „Nein, nein, nein. Schneller, leichter, verführerischer.“


Aahh, ich für meinen Teil glaube an Schreibblockaden ebenso wie ich an ‚exen glaube. Und ich fürchte mich in ähnlicher Weise davor. Aber meistens liegt es am fehlenden Mut, einfach auch mal Mist schreiben zu können. Es ist wichtig, einfach weiter zu machen, sonst wird die Blockade zum schwarzen Loch. Aber Gott sei Dank gibt es ja Techniken, um aus so etwas wieder herauszufinden.


Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schreibblockaden immer ein Hinweis darauf sind, dass etwas in der Geschichte oder im Schreibprozess nicht funktioniert. Und ich eigne mir immer mehr Methoden und Gewohnheiten an, diese zu umgehen oder anzugehen.




Halte ich mittlerweile für ein Phantom. Es ist entweder schlechte Vorbereitung oder fehlende Priorität. Aber schreiben kann man immer und überall.






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