Who write the World? Girls!

Der Literaturbetrieb ist sehr weiblich – die preisgekrönte Autorenschaft nicht so sehr. Feuilletons besprechen am liebsten ihre AWM-Dudes (AWM= Alter, Weißer Mann) und der Kanon besteht aus lauter TWM –  tote, weiße Männer.

Zeit, das aufzurütteln und Frauen zu lesen!

Wie? Euch fallen nur Kafka, Goethe, Martin und King ein. Keine Sorge. Dagegen habe ich etwas. Buchempfehlungen! Von Frauen. Von BPoC, von queeren oder cis Frauen. Ganz unterschiedliche Geschichten, die eins gemeinsam haben. Sie sind weiblich, sie sind inspirierend und sie sind überall.

Bücher zum Feminismus - Ein winziger Überblick

The Future is female. Was Frauen über Feminismus denken. – Hg. Scarlett Curtis

Diese Sammlung von Texten zum Thema Feminismus ist ein super Einstieg für alle, die sich mit dem Thema mal auseinandersetzen möchten. Dabei kommen ausschließlich Autorinnen zu Wort wie Emma Watson, Katrin Bauerfeind, Keira Knightley und Karla Paul. Ihre Sichtweisen auf den Feminsmus sind entweder neu, bestätigend oder aufrüttelnd. Auf jeden Fall aber sind sie aufbauend.

Untenrum frei – Margarete Stokowski

Angelehnt an ihren eigenen Erlebnissen, erzählt Margarete Stokowski von ihrem Alltag als Frau. Über Dr. Sommer und Zeitschriften über ihren Schachlehrer, der sie missbraucht hat hin zur strukturellen Benachteiligung von Frauen. Dabei immer mit etwas Humor und ganz viele ehrliche Worte. Auch ihr Buch „Die letzten Tage des Patriachats“ und ihre Online Kolumnen sind immer lesenswert.

Ein Zimmer für sich allein – Virginia Woolf

Das Essay über Frauen und Literatur aus dem Jahr 1929 ist heute noch genauso aktuell und gehört zu den meistrezipierten Werken der Frauenbewegung. Der Text vereint feministische Aspekte mit Literatur und Poetik und ist – meiner Meinung nach – für jede Autorin ein Muss.

Trans. Frau. Sein – Felicia Ewert

Die Stimmen von trans Frauen werden auch heute noch übertönt. Weiße radikale Feminist*innen, die Stimmung gegen trans Frauen machen sind leider immer noch an der Tagesordnung. Und da reden wir noch nicht von der strukturellen Diskriminierung. Felicia Ewert beschreibt in ihrem Buch über das Leben als trans Mensch in Deutschland, mit Transsexuellengesetzen und Cisseximus und von einer Norm, die Menschen wie Felicia ausschließt.

Folgt ihr auf allen Social Media Kanälen, die ihr habt. Sie ist großartig!

Empfehlung von Kiane l’Azin

Es muss Liebe sein – Julia Schramm 

„Es muss Liebe sein“ von Julia Schramm ist die Selbstermächtigung einer Frau, die öffentlich laut ihre Meinung sagt und schon allein dafür stetigem Shitstorm ausgesetzt ist. Sie veröffentlicht in poetisierter Form, was ihr in der digitalen Kommunikation entgegenschlägt. Übergriffigkeit und Hass. Es ist das Buch, das wir lesen müssen, um eine Basis zu haben, über die wir dann sprechen und schreiben können.

Das Buch ist 2018 im Herzstückverlag erschienen und eignet sich hervorragend zum #bücherhamstern

(Mehr zum Thema #bücherhamstern bekommt ihr in den nächsten Tagen von uns druckfrisch geliefert)

Buchempfehlungen für jederfrau

Auch 40 Jahre später noch hochaktuell
„Das Blut des Adlers“ von Liselotte Welskopf-Henrich

Liselotte Welskopf-Henrichs „Die Söhne der großen Bärin“ war so erfolgreich, dass die DDR-Autorin sogar im Westen eine Fangemeinde fand, nicht zuletzt durch die Verfilmung 1965/66 mit Gojko Mitić in der Hauptrolle. Den Film habe ich gesehen, die Buchreihe allerdings nie gelesen. Der erste Band entstand 1951 und bewegt sich noch tendenziell im romantisierenden Stil eines Karl Mey, was nicht so an mich rangeht. Und daran ist Liselotte Welskopf-Henrich selbst schuld, denn ich hatte zuerst „Das Blut des Adlers“ in die Finger bekommen. Diese Reihe entfaltet sich rund um die Nachfahren von „Stein mit Hörnern“ (geschrieben 1966 bis 1980), dem Protagonisten der Söhne der großen Bärin, der hier mit 112 Jahren noch einen Cameo bekommt. Die Bücher stellen das Leben der amerikanischen Ureinwohner in den Reservationen in den Mittelpunkt, die Bevormundung, Gewalt, Alkoholismus, Verlust von Identität und ihren neu aufflammenden Kampf um ihre Rechte und ihre Kultur. Zwischen 1963 und 1974 reiste Liselotte Welskopf-Henrich regelmäßig in die USA und nach Kanada, um die Dakota, ihre Lebensweise und Traditionen besser kennenzulernen, und das merkt man bei Lesen dieser Bücher: Sie sind teilweise bedrückend, brutal, ohne Kompromisse und gebenzugleich faszinierende Einblicke in eine ganz andere Art, die Welt zu betrachten. Einmal lieh ich die Reihe einer Freundin, die ein großer Fan von den „Söhnen der großen Bärin“ war und gar nicht gewusst hatte, dass eine Fortsetzung existiert. Sie fand sie ganz furchtbar („Ich mag lieber meine Wild-West-Romantik“), aber sie las trotzdem alle fünf Bände. Die Indigenen ehrten Liselotte Welskopf-Henrich für ihre Verdienste um ein menschlicheres Bild mit dem Titel einer „Lakota-Tashina“ („Schutzdecke der Lakota“). Warum empfehle ich heute eine Buchreihe, die älter ist als ich? Zunächst einmal hat sich für die Indigenen leider nicht viel verändert seit 1980, wie ich feststellen musste, als ich, inspiriert von diesen Büchern, begann, mich damit zu befassen. Deshalb ist „Das Blut des Adlers“ nach wie vor hochaktuell. Auch das Leben von Liselotte Welskopf-Henrich selbst ist sehr faszinierend, angefangen damit, wie sie ihren späteren Ehemann vor dem NS-Regime versteckte über ihre Professur für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin bis hin zu ihrer ordentlichen Mitgliedschaft der Deutschen Akademie der Wissenschaften 1964, als erste Frau überhaupt. 1946 war sie bereits in die sozialistische Partei SED eingetreten, wahrscheinlich ein Grund, warum die DDR ihr überhaupt die Reisen ins kapitalistische Ausland erlaubte. Das ändert aber nichts daran, dass ihre Werke für mich auch heute noch Beachtung verdienen.

Andrea Weil

(Andrea hat ebenfalls einen schönen Beitrag zum feministischen Kampftag verfasst.)

Six of Crows – Leigh Bardugo

Der Auftakt der Dilogie spielt im Grishaverse. Leigh Bardugo hat nicht nur einen wunderschönen Stil und eine Welt erschaffen, die sehr viel Spaß macht, sondern ganz selbstverständlich einen diversen Cast in ihren Büchern. Weil auch unsere Welt bunt ist.

Der Nachtzirkus – Erin Morgenstern

Ich werde niemals müde werden, dieses Buch und diese Autorin zu empfehlen. Die Welt, die sie zeichnet mit einem sehr langsamen Erzähltempo, was aber nie langatmig ist und einer der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen haben, machen das Buch zu etwas Besonderem. Mittlerweile hat sie ein zweites Buch veröffentlicht und ich kann sagen: Sie schreibt immer noch gut.

The Hate U Give – Angie Thomas

Ein Buch, das – auch wenn es für Heranwachsende geschrieben ist – so wichtig ist. Die Hauptfigur durchlebt die Selbstfindung in Zeiten, die heute noch viele junge Menschen betrifft. Das Buch behandelt sowohl Rassismus, das Leben in einer Schwarzen Community, die Black Lives Matter Bewegung und Polizeigewalt sowie White Supremacy. Angie Thomas ist eine wichtige Stimme von schwarzen Mädchen und Frauen. 

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen und hat überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 
Nun geht raus, kämpft für Gleichberechtigung und lest mehr Frauen. 

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